Interdisziplinäre Projekte
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Projektname:
Wie können wir bewusst machen ohne Schuld zuzuweisen?

Sommersemester 2017

Studiengang:
Modedesign, Gamedesign, Kommunikationsdesign

Modul: MD42_ interdisziplinäres Projekt_Projekt1

Modulverantwortliche/r:
Prof. Ute Masur

Lehrende:
Tim Kellner, Nico Schnoor, Prof. Ute Masur

Wie können wir bewusst machen ohne Schuld zuzuweisen?

In jedem Sommersemester findet ein interdisziplinäres Projekt mit besonderen Bezug zu gesellschaftlichen Themen statt. Gemeinsam beschäftigen sich alle Studierende des 4. Semesters (Gamedesign / Kommunikationsdesign / Modedesign) mit einer Herausforderung, welche nicht ihrem Fachgebiet entspringt.

In diesem Jahr jährt sich zum 25. Mal die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, die zu den schwersten und längsten der deutschen Nachwendegeschichte zählen. Noch heute steckt in der Erinnerung daran sowohl politischer als auch sozialer Zündstoff. Für den 25. Jahrestag ist 2016 die Entscheidung für ein dezentrales Denkmal im öffentlichen Raum Rostocks getroffen worden.

Die Künstlergruppe SCHAUM hat mit ihrem Konzept „Gestern Heute Morgen“ den Wettbewerb für das Mahnmal gewonnen. Der Vorschlag für das Mahnmal nimmt an dezentralen Orten in Rostock Bezug auf das Pogrom und verweist in seinem Ausdruck auf das allumfassende Versagen gesellschaftlicher und politischer Strukturen zur damaligen Zeit.

Die Tatsache, dass zeitweise bis zu 3000 applaudierende Menschen in volksfestartiger Stimmung die Angreifer unterstützt haben, lässt sich nicht allein mit der Zahl angereister gewaltbereiter Randalierer erklären – wie gern als Argument der Schuldabweisung vor Ort vorgebracht wird.

Entsprechend hoch ist das Aggressionspotenzial, wenn in Rostock-Lichtenhagen das Gespräch über das Thema gesucht wird. Was aber passiert mit einem Denkmal in einer solch aufgeladenen Situation? Wie erzeugt das Denkmal Empathie? Kann es das überhaupt? Oder wird es nur als Affront wahrgenommen?

Viele Fragen auf der einen Seite und ein Methodenset zur Lösung komplexer Fragenstellungen auf der anderen Seite brachten die Künstlergruppe mit der Vitruvius Hochschule zusammen und stellten die verallgemeinerte Herausforderung: Wie können wir bewusst machen ohne Schuld zuzuweisen?